historie

Geschichte der FFW Aichau

Wenn wir heuer, im Jahr 2015 unser 75-jähriges Jubiläum feiern, dann bezieht sich das auf die Gründung der FFw Aichau als eigenständige Feuerwehr mit den Ortschaften Aichau, Unterahorn, Böckau, Jakobsmühle, Löschenmühle und dem Meierhof. Der Buschhof stieß im Rahmen der Gebietsreform dazu.
Die Wurzeln dieser Feuerwehr reichen allerdings zurück ins Jahr 1822, als das königliche Landgericht Feuchtwangen nach dem Zustand von Feuerwehrrequisiten bei der Gemeinde Aichau nachfragte.
Diese Anfrage wurde nach guter Sitte zunächst einmal ignoriert, und zwar die nächsten 27 Jahre. Dann wurde erneut angefragt, ob diesmal energischer, ist leider nicht bekannt.

Zwischenzeitlich wurde den Aichauern der Erwerb einer tragbaren Feuerspritze mit dem unglaublichen Fassungsvermögen von zweieinhalb Eimern angeboten. Diese hätte bestenfalls die Sofortlöschung eines brennenden Hühnerkäfigs ermöglicht, wurde daher als unnötig empfunden und nicht angeschafft.
Kaum waren wieder 22 Jahre vorbei, besann man sich in Feuchtwangen wieder auf die Brandgefahr in Aichau, das Fehlen einer Spritze im Allgemeinen und die Hartnäckigkeit der Aichauer im Besonderen und drohte mit einem Bußgeld von einem Gulden und dreißig Kreuzern, wenn nicht umgehend eine tragbare Feuerspritze angeschafft wird.

Die äußerste Dringlichkeit dieses Anliegens wird dadurch deutlich, dass schon 23 Jahre später der Kantor Hammerbacher nach Aichau geschickt wurde, um endlich mal Nägel mit Köpfen zu machen und die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr voranzutreiben!

Am 16.12.1896 war es dann soweit: Von 87 geladenen Gemeindebürgern erschienen immerhin 45, was 51 Prozent ergibt, also gut die Hälfte.

Also der einen Hälfte war es wurscht, wie der Franke sagt, die andere Hälfte war dagegen und zwar geschlossen dagegen! Von 45 Anwesenden stimmten null für, und 45 gegen die Gründung einer Feuerwehr.

In der heutigen Zeit wären die Hinderungsgründe nicht mehr nachvollziehbar, vor über hundert Jahren allerdings schon: Die Zeiten, in denen die Ortschaften im Brandfalle erreicht werden konnten, waren damals ungleich höher als heute: Böckau, eine halbe Stunde, Ammonschönbronn, eine dreiviertel Stunde und Leichsenhof ebenfalls eine halbe Stunde. Das heißt, bis die Feuerwehr da war, konnte schon fast mit dem Wiederaufbau begonnen werden!

Die Finanzierung der Feuerwehr hätte von den Gemeindemitgliedern getragen werden müssen und die Leute damals waren meistens arm, oder erwirtschafteten gerade so viel, wie sie zum Leben brauchten.
Der Antrag wurde also abgelehnt und vom damaligen Bürgermeister Hirsch unterzeichnet. Basta!
Naja, nicht so ganz Basta, denn bereits ein Jahr später, also für damalige Verhältnisse quasi unverzüglich darauf, musste sich die Gemeinde Aichau diesmal mit dem Beschluss zur eventuellen Gründung einer Pflichtfeuerwehr beschäftigen. Bei der Versammlung am 28. März 1897 erschienen von 87 Gemeindemitgliedern nur noch 30.

Die Hinderungsgründe waren die gleichen, der Bürgermeister war der gleiche, der Antrag wurde daher wieder abgelehnt und alles blieb beim Alten.

Der Wille der Obrigkeit setzt sich durch

Die 1940 angeschaffte Saug-  und Druckspritze ist heute  noch in sehr gutem Zustand  erhalten und sogar voll  funktionstüchtig. Sie  kommt regelmäßig bei  Festumzügen zum Einsatz.

Die 1940 angeschaffte Saug- und Druckspritze ist heute noch in sehr gutem Zustand erhalten und sogar voll funktionstüchtig. Sie kommt regelmäßig bei Festumzügen zum Einsatz.

Des Menschen Wille ist sein Himmelreich… solange bis der Wille der Obrigkeit dazwischenkommt! 1899 wurde festgelegt, was alles zu einer Feuerwehr Aichau dazugehört.

Die Feuerwehr musste daher einen Hauptmann, einen Zeugwart, drei Zugführer, einen Spritzenmeister, 22 Steiger, 30 Spritzenmänner sechs Rettungs- und zehn Ordnungsmänner umfassen.
Somit war die Gründung einer Feuerwehr beschlossene Sache und im Jahr 1899 wurde diese mit der Anschaffung einer Saug- und Druckspritze auch besiegelt.
Kaum zwei Jahre später, 1901, schlossen sich die Ortschaften Lölldorf, Böckau, Ammonschönbronn und Leichsenhof, nebst Mühlen an die freiwillige Feuerwehr Oberahorn, Unterahorn und Aichau an, so dass doch ein ganz stattlicher Haufen gegen Brände, Fluten, die Ehefrauen und volle Bierfässer ins Felde geführt werden konnte.

Im Jahr 1940 wurde für die Gemeinde Aichau mit 25 Mann ein eigener Löschzug aufgestellt, eine gebrauchte Saug- und Druckspritze beschafft und im alten Brechhaus untergebracht. Vergleiche mit der Abspaltung Amerikas von England sind hier völlig fehl am Platze und werden als ungebührlich zurückgewiesen! Zumal die freundschaftliche Zusammenarbeit, die Übernahme gegenseitiger, verschiedener Patenpflichten und nicht zuletzt das alljährliche Pokalturnier von der Verbundenheit der Wehren zueinander zeugt. Außer bei Fußballspielen gegeneinander, aber das ist ein Thema für sich…

1946 konnte eine gebrauchte Tragkraftspritze TS 8/8 beschafft werden. Es war vorgesehen auch einen Anhänger zu beschaffen, der mit Holz aus dem Gemeindewald bezahlt werden sollte. Das Holz war schon geschlagen und zu Dielen geschnitten, als am 20.Juni 1948 die Währungsreform kam und dieses Vorhaben zunichtemachte. Die Firma wollte kein Holz mehr, sondern die D-Mark und in der Gemeindekasse fehlte hierfür das Geld.

Bis auf weiteres musste die Tragkraftspritze dann eben getragen werden. Daher der Name Tragkraftspritze! Das macht dicke Muskeln und platte Füße.
Bevor 1969 für die FFw Aichau aber dann doch einen Anhänger und eine TS 8 angeschafft wurde, brauchten die Aichauer ein Spritzenhaus, platziert zwischen den Anwesen Gögelein und Hirsch im Hinterhof, und einen Löschweiher. Ein alter Löschweiher, der sogenannte „Feier-Weiher“ war am Ortsausgang Ost vorhanden, 1936 ertranken bei einem tragischen Unglück drei Buben darin.
Nach der Gebietsreform 1972 ergab es sich, dass die Ortschaften Aichau, Unterahorn, Löschenmühle und Jakobsmühle zu der Gemeinde Feuchtwangen kamen. Böckau und der Buschhof gehörten fortan der Gemeinde Herrieden an.

Im Januar 1974 wurde eine neue Satzung angenommen, nach der die Ortschaft Böckau und der Buschhof bei der Wehr in Aichau verbleiben. Dies wurde auch von den Wehrmännern aus Böckau in einer eigenen Abstimmung entschieden. Der damalige Kreisbrandmeister meinte damals, dass dies keine Dauerlösung sein könne. Bis heute ist die FFW Aichau die einzige Feuerwehr im Landkreis Ansbach, die Ortsteile von zwei Gemeinden innehat.

1983 feierte die FFW Aichau mit einem großen Fest die Fahnenweihe und den Bau eines Feuerwehrhausues nebst Trockenturm. Und auch wenn es nichts zu feiern gibt feiern wir doch! Und zwar alle zwei Jahre im Rahmen eines Grillfests im August. Das erste Grillfest fand 1976 bei den Gögeleins statt. Hier gibt es die legendären Aichauer-Grillhühner nach einem Spezial-Rezept von Georg Karl und auf seinem selbstgebauten Holzkohle-Drehgrill gegrillt.

Auf dem Weg in ein moderneres Feuerwehrzeitalter: das TSF-W

Im Jahr 2007 fand eine Abstimmung in der Jakobsmühle statt, ob man sich an das Feuchtwanger Modell anbinden möchte. Dieses Modell sah vor, dass sich mehrere Feuerwehren zu einer Löscheinheit zusammenschließen und gemeinsam ein Feuerwehrauto TSF-W zusammen bedienen. Nebenbei erwähnt bedient der Christian Geißler am liebsten die Sirene desselben, und zwar immer dann, wenn er sich auf Höhe des Schlafzimmerfensters seines Nachbarn befindet. Damit die Daheimgebliebenen auch was davon haben! Vier solcher Autos sollte es im Umkreis von Feuchtwangen geben. Diese Abstimmung stieß auf positive Resonanz und man einigte sich nach mehreren Verhandlungen mit der Stadt Feuchtwangen darauf, dass die Feuerwehren aus Aichau, Oberahorn und Thürnhofen eine gemeinschaftliche Löscheinheit bilden.

Das TSF-W wurde den drei Wehren im April 2008 übergeben und ist seitdem im monatlichen Wechsel in Aichau und Oberahorn stationiert. Die Fahrzeugweihe wurde am 10. Mai 2008 in Aichau mit sämtlichen Wehren des Feuchtwanger Stadtgebietes und den Nachbarwehren aus Elbersroth und Oberschönbronn aus der Gemeinde Herrieden gefeiert. Das TSF-W verfügt über Atemschutz, Beleuchtungseinheit, Motorsäge und eine Ultra Power Tragkraftspritze der Firma Ziegler… und eine Sirene, die am liebsten von Christian Geißler… aber das hatten wir bereits. Die drei Feuerwehren bleiben eigenständig und dreimal im Jahr werden Gemeinschaftsübungen abgehalten.

Auch die Patenpflichten wurden und werden sehr ernst genommen: So wurde die FFw Aichau der Patenverein der FFw Thürnhofen (1984) und der FFw Oberahorn (1999). Als Patengeschenk wurde außer einem Patenband ein lebendiges Schwein überreicht.

Das bisher neuste Ereignis ist der Ausbau des Feuerwehrhauses 2013 bis 2014.

Soweit die Zahlen und Fakten.

Eine Feuerwehr mit Zahlen und Fakten zu beschreiben wird der Sache allerdings nicht gerecht. Das Wertvollste in einer Feuerwehr ist nicht das Feuerwehrauto, die Tragkraftspritze oder das Feuerwehrhaus sondern, vor allem anderen, der Mensch.

Vorstand war zu Beginn immer der Bürgermeister. Aichau, um Jahrhundertwechsel Hirsch, Hausnummer 4, danach Hiller Nr. 2, 1927 verstorben. 1929 -24 war der Vorstand Johann Vogt aus Böckau. Danach von 1924 – 45 Friedrich Feldner, Oberahorn. Es folgten Georg Meier, Meierhof, Georg Ilgenfritz, Oberahorn, ab 1964 bis zur Gebietsreform 1972 Karl Ilgenfritz (damals Bayerns jüngster Bürgermeister).

Die bisherigen Kommandanten und Vorstände seit 1940:

Zeitraum:

1. Kommandant

2.Kommandant

Vorstand

2.Vorstand

1940 – 45

Karl Vogt

Heinrich Hofmann

1946 – 51

Heinrich Hofmann

Friedrich Riedel

1951 – 60

Friedrich Riedel

Hans Gromeder

1960 – 69

Hans Gromeder

Emil Geißler

1969 – 74

Adolf Grell

Emil Geißler

1974 – 84

Adolf Grell

Emil Geißler

H. Gundacker

1984 – 90

Werner Sindel

Willi Schäff

H. Sindel

W. Wagenländer

1990 – 96

Werner Sindel

Bernhard Öhl

H. Sindel

M. Gögelein

1996 – 2002

Bernhard Öhl

Werner Schmidt

M. Gögelein

S. Grell

2002 – 2008

Bernhard Öhl

Werner Schmidt

M. Gögelein

B. Bach

2008 – 2014

Bernhard Öhl

Werner Schmidt

M. Gögelein

Daniel Gögelein

2014 – heute

Bernhard Öhl

Carolin Gögelein

M. Gögelein

Daniel Gögelein